Ruanda auf den ersten Blick

Auch wenn der Start an der Grenze etwas auf dem falschen Fuß erfolgte, scheint das Land auf den ersten Blick ein Rohdiamant zu sein. In unseren Köpfen schwirrte vor allem der Genozid von 1994 herum, ansonsten wussten wir wenig. Wir erwarteten ein armes, gebeuteltes Land. Ist es auch. Aber es scheint, als hätten sie ein weitsichtiges Fundament entwickelt, auf dem nun Zug um Zug weiter aufgebaut wird. Generell kämpft Ruanda natürlich mit ähnlichen Problemen wie seine Nachbarländer. Eine hohe Korruptionsrate und ein schlechter Bildungsstandard sind wiederkehrende mediale Themen. Was uns überraschte ist die Summe etlicher Kleinigkeiten, die uns seit Ankunft ins Auge stechen. Zuerst direkt nach der Grenze ein sauberer, neuer Minibus, der nicht zum Bersten vollgestopft wurde. Ein Sitzplatz belegt von einer einzigen Person! Gefolgt von einer wirklich guten Straße ohne Schlaglöcher und durchgängig asphaltiert. Am Straßenrand, was anfangs wirklich schwer zu glauben war, Markierungssteine des darunter verlegten Glasfaserkabels! Dazwischen: Straßenkehrer! Außerdem Fahrgäste die ihren Müll einstecken anstatt ihn aus dem Fenster zu werfen, ergo ein sauberer Straßenrand. Ruanda ist seit Beginn dieser Reise wohl das sauberste Land das wir besuchten. Ein Grund dafür ist sicherlich auch das seit 2008 geltende Plastiksackerlverbot.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von Landwirtschaft. Ruanda liegt am Äquator und ist daher ein sehr grünes Land in dem etliche (Feld-)Früchte gut gedeihen. Ein großer Wirtschaftsfaktor sind auch Tee und Kaffee. Tourismus beschränkt sich im Moment noch fast ausschließlich auf Gorilla-Trekking inkl. Rahmenprogramm. Es scheint als würden die äußerst kostspieligen Aktivitäten rund um die Berggorillas auch die Preise im restlichen Land in die Höhe treiben. Ab morgen werden wir während einer viertägigen wenig beschrittenen Wanderung entlang des Lake Kivu Einblicke in das rurale Leben in Ruanda sammeln.

Eine Anmerkung zu “Ruanda auf den ersten Blick

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