Wazungu! Wazungu! Good-e Moooning!

Punkt 0730 steht unser Guide wie vereinbart vor unserem Hotel in Gisenyi. Wir steigen auf ein Motorrad-Taxi und fahren zur etwas außerhalb der Stadt gelegenen Brauerei. Nicht etwa, um dort an einer Verkostung von einheimischem Gerstensaft teilzunehmen, sondern um in die erste Etappe des insgesamt ca. 270 km langen Congo-Nile-Trail zu starten. Der Weg führt uns entlang der hügeligen Küste des Lake Kivu von Gisenyi über die Dörfer Cyimbiri, Kinunu und Bumba bis nach Kibuye, von wo wir mit einem von zwei wöchentlichen Booten wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Die Route wird nur von wenigen Wanderlustigen beschritten. Unser Guide war beispielsweise das letzte Mal vor einem Monat hier unterwegs und auch die Reaktion der Kinder entlang des Weges lassen dies vermuten. In Dörfern und Siedlungen geht man keine zehn Schritte ohne von Kindern begrüßt zu werden. In weniger dicht besiedelten Gegenden hört man „Mzungu“ oder „Wazungu“ (Mehrzahl für WeißeR, FremdeR) meist lange bevor man ausmachen kann, wo das Haus steht von dem der aufgeregte Schrei kommt. Das den gesamten Tag gültige „Good Morning“ wird dann so lange wiederholt bis man außer Sichtweite ist. Die vergleichsweise wenigen Erwachsenen – Ruanda hat ein Durchschnittsalter von weniger als 19 Jahren – begegnen einem eher mit Gleichgültigkeit. Ein „mwaramutse“ oder „mwiriwe“ lockert jedoch die meist steinernen Mienen.

Die Menschen leben hier von Landwirtschaft, viele vom Kaffee. Die Kaffeebauern sind in Kooperativen organisiert und betreiben gemeinsame Waschanlagen, um die Bohnen für den Export nach Europa und Nordamerika aufzubereiten. Daneben werden auch Ananas, Avocado, Bananen, Bohnen, Mais, Mango, Maniok, Papaya, Süßkartoffeln, Zuckerrohr u.v.m. vor allem für den Eigengebrauch angebaut. Am Weg liegen kleinere Wasserkraftwerke, die mit belgischer Hilfe erreichtet wurden und die Stromversorgung für den zahlungskräftigen Teil der Bevölkerung in den umliegenden Dörfern sicherstellen. Trinkwasser wird in mehr oder weniger großen Behältern meistens von Kindern von Gemeinschaftsbrunnen herangetragen.

Die wenigen Guesthouses waren einfach aber sauber. Der Tag klang stets mit einem üppigen Abendessen aus, bei dem uns regionale Köstlichkeiten wie Tilapia-Fisch, Kaninchen und Ziege mit zahlreichen Beilagen wie Reis, Pommes Frites, Nudeln, Spinat, Bohnen und Kraut serviert wurden. Die durchschnittliche tägliche Gehzeit von 6 h ist durch die hügelige Landschaft, die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur sehr anstrengend. Lohnenswert ist es allemal, da man das Land von einer anderen Perspektive aus kennenlernt.

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