Dem asiatischen Löwen auf der Spur

Neben dem heiligen Berg und der Tempelanlage Shatrunjaya, sind die letzten asiatischen Löwen ein Grund warum wir in Gujarat sind. Im Nationalpark Sasan Gir leben laut Auskunft eines Parkrangers ca. 400 Tiere. Aus einem Reiseführer stammt die Info, dass diese Anzahl für die Fläche des Parks und das dort heimische Wild bereits zu hoch ist. Die Population dehnt sich immer stärker auch auf Gebiete außerhalb des Nationalparks aus und bedient sich auch des öfteren bei den Tieren der ansässigen Rinderzüchter. Dennoch werden Angebote von anderen indischen Nationalparks Löwen bei sich anzusiedeln beharrlich ausgeschlagen. Gujarat würde damit den Status des einzigen Gebiets mit asiatischen Löwen verlieren und um ein wesentliches touristisches Argument ärmer sein. Entschädigungszahlungen an die Rinderzüchter sind von diesem Gesichtspunkt aus sicher wesentlich ökonomischer. Lässt sich nur hoffen, dass sich dies auf lange Sicht nicht rächt.

Derzeit herrscht in Gujarat Trockenzeit, was die Chance bei einer Safari Löwen zu finden erhöht, da die Tiere stärker rund um die verbliebenen Wasserlöcher zusammen rücken. Doch bevor wir zu dieser Safari aufbrechen konnten, mussten wir erst einmal den Anmeldeprozess durchblicken, was grundsätzlich ja relativ leicht machbar wäre, würde es online erklärt werden oder würde jemand von der Touristeninformation des Parks englisch sprechen. So fuhren wir relativ blind nach Diu. Wir wussten lediglich dass wir einen Erlaubnisschein brauchen, wobei 50% online vergeben werden und dieses Kontingent schon aufgebraucht war. Die andere Hälfte wird vor Ort ausgestellt. In Diu erfuhren wir, dass vor Ort insgesamt 15 permits ausgestellt werden. Dass jeder Erlaubnisschein aber für einem ganzen Jeep gilt, also insgesamt 6 Leute umfasst die man sich selbst zusammen suchen muss, erfuhren wir erst vor Ort. Wir hatten Glück und trafen in Sasan Gir einen Deutschen und einen Neuseeländer mit dem wir uns ein Fahrzeug teilen konnten. Eine Safari mit einem Jeep für sechs Personen kommt insgesamt auf knapp 100 Euro für Ausländer (6.400 INR). Die permit, der Jeep, Fahrer und Guide sind hierbei inkludiert, wobei für den Guide davon nur 250 indische Rupien, also nicht einmal 4 Euro, abfallen. Will man Bilder mit einer Kamera mit über 7,1 Megapixel schießen (kein Scherz, diese für mich willkürliche Grenze ist tatsächlich Teil der Nationalpark-Regeln und wird auch so umgesetzt), müssen noch 1.200 INR (entspricht aktuell 18,5 Euro) bezahlt werden.

Pro Tag gibt es drei Startzeitpunkte für die Safari-Fahrten. Um 6.30 Uhr morgens startet die erste, die auch jene mit den höchsten Sichtungschancen ist, eine weitere beginnt vormittags um 9.30, die letzte nachmittags um 15.30 Uhr. Wir wählten natürlich die erste Tour. Nachdem die Erlaubnisscheine nicht vorher reserviert werden können, musste eine Person früh aufstehen. Die Vergabe beginnt jeweils eine Stunde vor Startzeitpunkt. Die ersten 15 Personen die in der Schlange stehen bekommen eine permit für einen Jeep, wobei alle Mitfahrenden bei Vergabe angeführt werden müssen. Die Zeit, wann das Anstellen beginnt, variiert je nach Saison. Von unserer Gruppe stand ein Freiwilliger um 03:40 Uhr in der Schlange und war damit Nummer 13. (Vielen Dank an Stefan an dieser Stelle!)

Die Safari ist landschaftlich zur Trockenzeit wenig reizvoll. Die Fahrt führt durch einen Wald ohne Blätter, dazwischen etliche ausgedörrte Grasflächen und ein paar belaubte Bäume und Sträucher in der Nähe von Wasserstellen. Dass im Wald fast nur nackte Äste in den Himmel ragen, bietet jedoch freiere Sicht auf die Löwen. Wir sahen nach circa 45 Minuten Fahrt ein Männchen unter einem Baum liegen. Das Gerücht, dass ein asiatischer Löwe kleiner sei als ein afrikanischer, kann ich (als Laie) nicht bestätigen. Mir erschien er gleich groß, nur mit weniger Mähne. Ansonsten gab es noch einen Schakal, etliche Axishirsche, eine Nilgauantilope und zahlreiche Vögel im Park zu sehen. Ich denke, wir hatten Glück gleich bei unserer ersten Fahrt einen Löwen zu finden, aber es sollte damit gerechnet werden, dass man eventuell in zwei bis drei Safaris investieren muss um einen der letzten asiatischen Löwen zu Gesicht zu bekommen.

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Wer sich derartige Anmeldeprozesse und Unsicherheiten sparen will und vor allem wenig Zeit in Indien hat, dem/der sei empfohlen über eine Reiseagentur vorab zu buchen. Zum Beispiel über unseren Partner Evaneos, der individuelle Rundreisen* durch Indien mit lokalen Experten anbietet.

Vor allem in Indien würde ich die Tour eher im Vorfeld über einen renommierten Anbieter buchen, als direkt vor Ort. Die Inder sind Meister im Touristen-Abzocken und man kann sich nie sicher sein, dass man nicht gerade mit dem strahlendsten Lächeln im Gesicht über den Tisch gezogen wird.

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