Sikkim: Ausblicke auf 4.200 m Höhe

Der Hitze Kalkuttas entflohen wir vor circa zwei Wochen nach Darjeeling im kühlen Vorder-Himalaja. Die grüne Bergwelt war eine willkommene Abwechslung zur bisher flachen und mit Feldern übersäten Landschaft Indiens, auch wenn sich das Wetter für uns erst mal nach Winter anfühlte.

In Darjeeling trafen wir wieder mit Stefan zusammen, der seit Delhi allein weiter reiste, um so schnell wie möglich nach Nepal zum Wandern zu kommen. Aus aktueller Sicht nach dem heftigen Erdbeben gestern in der Region eine glückliche Entscheidung. Stefan sah noch viele Bauwerke in Kathmandu und Umgebung die heute in Schutt liegen und hatte Nepal zum Zeitpunkt des Bebens schon wieder verlassen.

Vor einer Woche machten wir uns gemeinsam nach Sikkim auf, der nach Goa zweitkleinste Bundesstaat Indiens, um dort eine mehrtägige Trekking-Tour zu unternehmen. Aufgrund der nahen Grenzen zu Nepal, China und Bhutan wird für Sikkim ein Erlaubnisschein mit eigenem Stempel im Pass benötigt. Kosten fallen dafür keine an, es sind lediglich Amtswege und Formalitäten zu erledigen. Diese permit wird unter anderem in Darjeeling ausgestellt.

Generell ist für den Transport in Sikkim ausreichend Zeit einzuplanen. Die kurvigen Bergstraßen sind teilweise in sehr schlechtem Zustand und erlauben lediglich Geschwindigkeiten von 10 bis 40 km/h. Wir brauchten für eine Strecke von 130 km (von Darjeeling nach Yuksom via Melli) zwei Tage. Der Rückweg von Yuksom nach Darjeeling war aber dann innerhalb eines Tages möglich.

In Yuksom, einer kleinen Stadt mit knapp 2.000 Einwohner/-innen im Westen Sikkims, buchten wir eine fünftägige Trekking-Tour innerhalb des Kangchenjunga-Nationalparks. Ziel unserer Tour war der Aussichtspunkt Dzongri’s auf 4.200 m Höhe mit Blick auf das Kangchenjunga-Massiv. Der Kangchenjunga ist mit 8.586 m der dritthöchste Berg der Welt. Wir starteten in Yuksom auf rund 1.800 m und wanderten am ersten Tag auf knapp 3.000 m nach Tshoka. Auf dieser ersten Etappe wurden wir beinahe Opfer eines terroristischen Anschlags von den dort ansässigen Affen (vermutlich Hanuman-Languren), die relativ große Steine den Hang hinunter rollten, so dass wir einige Meter laufen mussten. Ein Treffer hätte durchaus böse enden können.

Die Wege des Nationalparks führen durch einen ausgesprochen schönen und alten Wald. Die zahlreich vertretenen und derzeit blühenden Rhododendren bieten zusätzlichen Augenschmaus. Am frühen Nachmittag des zweiten Tages erreichten wir Dzongri auf rund 4.000 m rechtzeitig vor dem Schneefall. Die Höhe machte sich auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar. Bei mir durch die schwerer werdende Atmung die den Aufstieg immer beschwerlicher machte und viele Pausen einforderte. Markus hatte am Abend mit Übelkeit zu kämpfen, die aber durch die Anwendung von nicht näher bekannten Substanzen tibetischer Medizin erstaunlich schnell und zielführend bekämpft werden konnte. Um vier Uhr früh des nächsten Tages machten wir uns auf, den Aussichtspunkt auf 4.200 m zu erklimmen. Ein morgendliches Wolkenfenster von circa drei Stunden bescherte uns einen wolkenfreien Himmel und eine wunderschöne Sicht auf den dritthöchsten Berg der Welt. Da der weitere Vormittag für den restlichen Tag nichts weiter als Nebel und Wolken versprach, sparten wir uns den geplanten Aufstieg zum gut 200 m höheren Dzongri-Pass und machten uns stattdessen an den Abstieg.

Tipp: Wir buchten unsere Tour bei der in Yuksom ansässigen Agentur „Black Yak Expedition“. Das Team versorgte uns mit ausgezeichnetem Essen (inklusive Salate, zubereitet mit sicherem, abgekochtem Wasser) und war stets bemüht uns das beste Bett in den spärlich eingerichteten Hütten zu organisieren.

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Eine Anmerkung zu “Sikkim: Ausblicke auf 4.200 m Höhe

  1. Margit

    Hallo Markus und Conny
    Ich bin so froh das es euch gut geht. Ich hoffe ihr habt eine halbwegs unbeschwerte Weiterreise.
    Wünsche euch drei alles Gute.
    Liebe Grüße sendet euch
    Margit

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