Entspannung in Bangkok und der Weg zum China-Visum

Von Kolkata in Bangkok angekommen erfreuten wir uns erst einmal an dem in Fahrstreifen organisierten Verkehr, an Blinker die benutzt wurden und an Hupen die überwiegend schwiegen. Wir gingen entlang einer stark befahrenen, vierspurigen Straße spazieren, genossen die relative Ruhe und fühlten uns entspannter. Freudig bemerkten wir den besser als in Wien strukturierten Fahrgastwechsel in Skytrain und Metro. Markierte Türbereiche am Bahnsteig: links und rechts außen zum Warten und Einsteigen und mittig für die Fahrgäste zum Aussteigen. Die einzigen die aus der Reihe tanzten: indische Touristen die die Aussteigezone blockierten und in den Waggon hinein drängelten ;).

In Bangkok waren wir beinahe zwei Wochen damit beschäftigt uns das chinesische Visum zu besorgen. Die chinesische Botschaft benötigt zwar nur maximal vier Werktage für die Ausstellung, für die Beantragung müssen aber einige Dokumente vorgelegt werden, was umfassende Recherche und vorausgehende Planung bedeutete. Für den Antrag benötigten wir schlussendlich:

  • das ausgefüllte Antragsformular
  • Porträtfoto vor weißem Hintergrund
  • einen Zeitplan über unseren Aufenthalt in China
  • Buchungsbestätigungen der Hinflüge mit Ausgangspunkt Bangkok
  • Buchungsbestätigung des Heimflugs oder in unserem Fall der Zugfahrt die uns von Peking nach Ulaan Baator in die Mongolei bringen wird
  • Buchungsbestätigung des Hotels bzw. der Hotels in welchen wir während des gesamten Aufenthalts unterkommen werden (falls Freunde besucht werden in China reicht auch ein Einladungsschreiben von diesen)
  • Und da wir das Visum nicht aus unserem Heimatland beantragen konnten, brauchten wir auch noch Bankauszüge mit den aktuell verfügbaren finanziellen Mitteln sowie ein schriftliches Statement, dass man derzeit keiner Beschäftigung nachgeht und aus welchen Gründen (für Menschen mit Job wäre ein Statement des Arbeitgebers an dieser Stelle notwendig).

Klingt nach einem sehr fixen Zeitplan für den Besuch Chinas, aber nix is fix und Pläne können sich ändern. Da die Umbuchungsgebühr bzw. der Mehraufwand für Flexi-Tickets bei Flügen generell sehr hoch ist, entschieden wir uns nach kurzem Überlegen jedoch gegen den Kauf von Fake-Tickets und steckten ein paar Tage mehr Zeit in die Recherche. Die Beantragung eines Multi-Entry-Visums mussten wir uns nach Nachfrage auf der Botschaft auch gleich aus dem Kopf schagen. Wir bekamen die Info, dass für uns nur ein Single-Entry-Visum über maximal 30 Aufenthaltstage möglich sei. Ob es daran liegt, dass wir den Antrag aus einem fremden Land und nicht aus unserem Heimatland stellen oder daran, dass wir das erste Mal nach China reisen – ich weiß es nicht. Ich habe beides schon mal in verschiedenen Blogs gelesen, von der Botschaft aber keine Antwort dazu erhalten – oder diese vielleicht einfach nur nicht verstanden, da deren Englisch auch gewöhnungsbedürftig ist.

Das bedeutete jedenfalls für uns dass wir zuerst nach Hong Kong müssen, da dies ein persönliches „must see“ für uns darstellt und von dort nach China fliegen müssen. Hong Kong ist von den Visabestimmungen des restlichen Chinas ausgenommen. Die Einreise ist ohne Visum möglich. Da wir uns zum Antragszeitpunkt aber in Bangkok befanden, mussten wir der chinesischen Botschaft beide Flüge (Bangkok – Hong Kong, Hong Kong – Shanghai) vorlegen. Fix war für uns auch, dass wir im Anschluss an in die Mongolei reisen werden. Flüge in die Mongolei sind generell sehr teuer und kosten mit chinesischen Airlines meistens mehr als 400 Euro. Der billigste Flug den wir fanden wurde von der einzigen mongolischen Airline um 250 Euro pro Person angeboten. Der Zug von Peking nach Ulaan Baator kostet dasselbe. Zumindest jener der als Teil der Transsibirischen Eisenbahn über chinesische Anbieter online gebucht werden kann. Laut dieser Website kann diese Strecke vor Ort auch günstiger, um weniger als 100 Euro pro Person, überwunden werden. Dies kann allerdings nicht vorher gebucht werden, eignet sich also nicht für die Visabeantragung und es benötigt mehrere Tage Zeit da verschiedene Transportmittel bis zur mongolischen Grenze und danach benötigt werden. Somit war die Buchung des Transsib-Zuges K23 für uns die beste Option. Eine sehr teure Zugfahrt, aber auch etwas Einzigartiges das man wahrscheinlich nur einmal im Leben macht.

Bei den Hotelbuchungen haben wir Wert darauf gelegt, dass diese kostenfrei storniert werden können. Für die Botschaft haben wir unseren China-Aufenthalt über insgesamt 27 Tage auf Shanghai und Peking aufgeteilt und dort jeweils ein günstiges und kostenlos stornierbares Zimmer gebucht. Booking.com eignet sich sehr gut dafür, da dort kaum Gebühren dafür verlangt werden.

Soweit ist unsere China-Reise also geplant und das Visum haben wir mittlerweile auch in der Tasche. In Bangkok haben wir uns ansonsten die meiste Zeit im Gebiet der Khao San Straße, dem Zentrum für Backpacker und Budget-Reisende, vertrieben. Den großen Königspalast haben wir daneben auch besichtigt – zeitgleich mit gefühlt 10.000 anderen TouristInnen. Natürlich ein prächtiges, glitzerndes architektonisches Prunkstück an Tempeln, Thronhallen und was sonst noch so dazu gehört. Meiner Meinung nach aber mit 500 Baht bzw. knapp 15 Euro pro Person an Eintritt zu teuer für das was eineN erwartet, aber wir sind in Sachen Prunkbauten ja vielleicht auch ein wenig verwöhnt… 😉

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2 Anmerkungen zu “Entspannung in Bangkok und der Weg zum China-Visum

  1. Uncle Dip

    Wunderbar, ausgezeichneter Artikel (sagt auch Lina!! – ganz liebe Grüße!),
    Freuen uns auf eure Chinaeindrücke und dann ganz besonders auf Transsib und Mongolei/Ulaan Bator!!
    Alles Gute weiter!!!
    Dip, Lina

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  2. Oli

    Super, dass das mit dem Visum bei euch so gut geklappt hat. Schade finde ich, dass China jedes Jahr zusätzliche Schikanen einbaut wie eine Bestätigung des Arbeitsgebers und ein Bankauszug. Ein „normaler“ Backpacker, der ausserhalb der Heimat das Visum beantragt, hat ja in der Regel beides nicht dabei.

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