Sprachbarrieren

„In China können alle englisch!“ Als uns dies ein chinesischer Lehrer, der in Ruanda arbeitet und den wir dort auf unserer Wanderung am Lake Kivu kennen lernten, voller Überzeugung erzählte, zogen wir fragend die Augenbrauen hoch. Das konnten wir ihm nicht glauben. Zu viele Geschichten waren uns zu Ohren gedrungen.

Nach den ersten Tagen in Shanghai wird dieses Misstrauen mehr und mehr bestätigt und wir sind überrascht wie schnell und in welchem Ausmaß. In einer so großen Metropole wie Shanghai, mit 15 Millionen Einwohnern/-innen im Kern der Stadt, vermuteten wir ein internationaleres Ausbildungsniveau und mehr Menschen mit Englischkenntnissen. Zumindest in Hotels und am Bahnhof, wo viele Touristen/-innen anzutreffen sind, haben wir keine Verständigungsschwierigkeiten erwartet. Nun, dem ist nicht so. Um eine Zugfahrkarte zu kaufen, benötigten wir bereits in Shanghai einen Zettel mit Zugnummer, Datum, Abfahrts- und Ankunftsort in chinesischen Schriftzeichen um ihn der Mitarbeiterin beim Schalter durchreichen zu können. Hin und wieder trifft man auch auf hilfreiche, Englisch sprechende Passanten/-innen, die ihre Hilfe anbieten und übersetzen. Am Land kann man darauf wahrscheinlich nicht mehr zählen.

Zumindest konnten wir uns so zeitgerecht auf diese kommunikativen Herausforderungen vorbereiten. Ein Bild-Wörterbuch ist nun immer griffbereit und zwei Handy-Apps sollen uns mit den chinesischen Schriftzeichen helfen. „MyLanguage“ kann uns Sätze übersetzen und auch Adressen auf chinesisch umschreiben. Leider gibt es davon keine Offline-Version, aber sofern Wifi verfügbar ist können wir uns auf die nächsten Schritte vorbereiten. Die App „Waygo“ kann chinesische Wörter scannen und auf Englisch übersetzen. Da nur 10 Übersetzungen pro Tag kostenfrei sind, muss man damit ein wenig haushalten. Ansonsten müssen wir uns in Pantomime üben.

Das zweite, mit negativen Geschichten belastete Thema, der Smog in Shanghai, stellte sich für uns als nicht so schlimm wie erwartet dar. Abgesehen davon dass der Belastungsgrad natürlich auch eine Frage des Wetters ist, scheint Shanghai einige Gegenmaßnahmen ergriffen zu haben. Es gibt einen relativen hohen Grünanteil für die Menge an Wolkenkratzern und Hochhäusern die hier stehen. Freie Flächen zwischen den Fahrstreifen und am Fahrbahnrand werden mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Sogar an den Highways gibt es zum Teil Hängekisten mit Pflanzen darin. Und viele der Mopeds fahren mit Elektroantrieb. Im Zuge neuer Stadtentwicklungsprojekte wurden nicht nur Wohnhausanlagen sondern stets auch neue Parkanlagen gebaut. An dieser Stelle muss allerdings auch erwähnt werden, dass dafür oft tausende arme Menschen, die diese Bezirke vorher bewohnten, umgesiedelt wurden. Shanghai hat sich so von seinen Slums befreit.

In ca. zwei Stunden beziehen wir unsere Pritschen des Nachtzugs, der uns bis morgen früh nach Huangshan in die gelben Berge bringen wird – noch mehr Grün und voraussichtlich noch etwas größere Sprachbarrieren.

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