Bischkek – ein großes Dorf mit Großstadtflair

Mittlerweile sind wir bereits seit fast zwei Wochen wieder zurück in Österreich. Wie die Zeit verfliegt… In den letzten beiden Städten haben wir uns vor Ort keine Zeit genommen darüber zu berichten. Wir waren zu beschäftigt uns psychisch auf die Rückkehr vorzubereiten. 😉 Daher erst jetzt ein kurzer Bericht über Bischkek.

In Bischkek, das von 1926 bis 1991 nach einem sowjetischen General und engem Vertrauten Lenins Frunse hieß, leben nicht ganz 900.000 Menschen. Die Stadt wirkte für uns wie ein großes, verschlafenes Dorf, das über ein kleines aber relativ prunkvolles Zentrum und ein paar wenige Hauptverkehrsstraßen verfügt. Wir wohnten in einem ruhigen Hotel, 10 Fußminuten vom Zentrum entfernt. Morgens wurden wir stets von einem krähenden Hahn geweckt. Am späten Vormittag schlenderten wir oft über die staubige Schotterstraße in Richtung Zentrum. Erst dort empfing uns dann der Lärm der Stadt.

Im Zentrum finden sich ein paar große Alleen, einige Plätze mit verschiedensten Statuen, Büsten und Denkmälern, zahlreiche Cafés und Restaurants, ein paar sowjetische Prestigebauten, ein betagter Vergnügungspark, eine unspektakuläre Einkaufsstraße, die in einen großen Bazar mündet, und am Zentrumsrand auch die typischen sozialistischen Wohnblocks. Bischkek ist sicherlich keine Stadt die man unbedingt gesehen haben muss, mir persönlich hat die entspannte Atmosphäre und der sowjetische Flair aber sehr gut gefallen.

Bischkek ist noch frei von den großen multi-nationalen Unternehmen der Systemgastronomie wie McDonalds, Burger King, Starbucks oder Pizza Hut. Lediglich einen KFC gibt es in der Stadt – allerdings einen Kyrgyz Fried Chicken keinen Kentucky Fried Chicken. Dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten die kirgisische Küche zu meiden, was wir nach fünf Wochen Erdäpfel, Kraut und Schaffleisch aus dem die nationale Küche am Land hauptsächlich bestand auch dringend brauchten. Gute Burger fanden wir zum Beispiel im modern eingerichteten Burger House in der Kiewskaya. Deutsches Bier und alle möglichen Wurstvariationen gibt’s im leider schwer zu findenden Steinbrau – am besten die Locals um eine Wegbeschreibung bitten. Auch Pizza und indisches Essen werden in mehreren Restaurants angeboten.

Neben dem spazieren und essen gehen hielten sich unsere Aktivitäten in Bischkek in Grenzen, obwohl wir insgesamt länger als eine Woche in dieser Stadt verbrachten. Einen Tag lang legten wir uns in der sehr teuren Sun City an den Pool. 10 Euro Eintritt pro Person fand ich für kirgisische Verhältnisse und das magere Beckenangebot viel zu teuer. Es gibt zwar zwei flachere Kinderbecken, die aber von niemandem benutzt wurden. Alle Kinder stürzten sich ins größere Sportbecken, in dem ein sportliches Schwimmen somit nicht mehr möglich war.

Unser Besuch des kirgisischen Nationalmuseums entpuppte sich als Reinfall. Obwohl es ein eigenes Ticket für Touristen/-innen gibt, sind alle Informationsschilder nur auf russisch verfasst. Wer der russischen Sprache nicht mächtig ist, sollte sich dafür einen Führer bei irgendeiner Agentur buchen. Im Museum selbst gibt es kein derartiges Angebot. Die Agenturen bieten auch verschiedene Tagesausflüge in die Berge rund um Bischkek an, was wir aber aufgrund zu großen Entspannungsbedarfs nicht in Erwägung zogen.

Wir spazierten lieber durch die dörflichen Straßen der Stadt und über die prunklastigeren Plätze des Zentrums, die an die pompöseren Zeiten des Sowjetregimes erinnern sollen.

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