Reisebudget: 52,62 Euro pro Person pro Tag – all inclusive

Wir werden oft gefragt wie viel Geld wir während unserer Reise in den 10 Monaten gebraucht haben. Und da wir beide gerne Daten in Excel-Listen erfassen und analysieren, können wir euch das auch sehr detailliert beantworten. 😉 Hier unsere hard facts:

Wir haben für 311 Reisetage in Summe 105,20 Euro pro Tag zu zweit ausgegeben, was pro Person 52,62 Euro entspricht. Darin enthalten sind auch Vorlaufkosten wie zum Beispiel die Anschaffung eines kleinen Laptops, der Internationale Führerschein, Medikamente und Impfungen, der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und der Kauf von ein paar leichten Trekkinghosen.

Nachstehend ein übersichtliches Tortendiagramm zur Verteilung unserer Ausgaben.

Reisebudget Diagramm

Den größten Kostenpunkt stellt mit 22,8% die Kategorie „Transport“ dar, wobei darin auch die internationalen Flüge enthalten sind, die 10,48% vom Gesamtbudget ausmachen. Unter die restlichen 12,33% fallen dann die Automiete in Südafrika sowie alle Bus-, Bahn-, Taxi und Tuk-Tuk-Fahrten. Unser Transportmittel auf vier Beinen in der Mongolei verbuchten wir in der Kategorie „Aktivitäten“. Mit rund 21% schlagen jeweils die Unterkünfte und Ausgaben für Essen und Trinken zu Buche. 6% hiervon (oder 425 Euro) legten wir übrigens für den Kauf von Wasser aus, unser Luxusgut das hierzulande in Trinkqualität aus der Leitung kommt.

Die unternommenen Touren und Safaris sowie die Eintritte für Sehenswürdigkeiten summieren sich ebenfalls auf circa ein Viertel des Gesamtbudgets. Für die Gesundheit gaben wir 6% unseres Budgets aus. Den größten Anteil innerhalb dieser Kategorie machen die Reisekrankenversicherung, Impfungen und Medikamente, die wir aus Österreich mitnahmen, aus.

In der Rubrik „Anderes“ habe ich unsere Ausgaben für Ausrüstung (z.B. Kauf eines Gaskochers und Schlafsacks in der Mongolei), Kleidung (Waschen und Ersatz), Kommunikation (Skype-Guthaben oder lokale SIM-Karten), Körperpflege (Friseur, Sonnencreme, Duschgel etc.), Souvenirs und Spenden zusammen gefasst. Die Visagebühren beliefen sich insgesamt auf 1,75% des Gesamtbudgets.

Ginge es auch billiger?

Ja, geht es. Es kommt natürlich auch darauf an welche Länder bereist werden und wie man reisen will. Wir haben eine Mischung an eher teureren Reisezielen, wie zum Beispiel Südafrika oder Sambia, und günstigeren Zielländern, wie Indien und die Mongolei bereist. Die Mongolei hätte aber auch eines der teuersten Länder werden können, wenn wir uns das Wanderreiten über eine Agentur organisiert und nicht bei lokalen Personen direkt im Dorf gebucht hätten. Die afrikanischen Länder wären dagegen noch etwas günstiger gekommen, wenn wir auf Safaris verzichtet hätten. Aber wir sind ja unter anderem wegen der Tierwelt dorthin gefahren.

Bei den Unterkünften ist auch noch ein relativ großes Sparpotential drinnen, wenn überwiegend Schlafsäle gebucht werden oder wir mit einem Zelt unterwegs gewesen wären. Viele Hostels in Afrika boten einen Zeltplatz für ein paar Dollar im geschützten Garten an. Da wir aber kein Zelt dabei hatten und nicht auf unsere Privatsphäre verzichten wollten, buchten wir wenn möglich ein Doppelzimmer und wenn es für uns leistbar war sogar eines mit eigenem Badezimmer. Wir hatten uns bereits vor der Reise ein Tageslimit gesetzt und durch das strenge Mitschreiben der Ausgaben wussten wir immer, wie wir mit unserem Budget lagen.

Die Ausgaben der Kategorie„Essen und Trinken“ könnten wahrscheinlich um 35-40% reduziert werden, wenn auf alkoholische Getränke gänzlich verzichtet wird und öfter selbst gekocht wird. Wir haben selbst gekocht wenn unsere Unterkunft eine Gemeinschaftsküche hatte, ansonsten haben wir in lokalen Restaurants gegessen (10% des Budgets).

Im Bereich des Transports ist es schwierig noch etwas zu sparen aber durchaus möglich wenn man auf das Fahrrad zurück greift Allerdings wäre die Route dann anders verlaufen oder die Reise hätte mehr Zeit in Anspruch genommen.

Was waren die teuersten und was die billigsten Länder?

Vorweg: bei den nachstehenden Angaben ist zu berücksichtigen, dass unsere Aufenthaltsdauer in den entsprechenden Ländern immer unterschiedlich lang war und die Daten auch von den verschiedenen Aktivitäten geprägt sind. Insofern sind die Zahlen nicht repräsentativ, sondern lediglich der Mittelwert für unseren Aufenthalt. Für Indien haben wir zum Beispiel einen Querschnitt über 64 Tage Reisen zu zweit, für China für 27 Tage und für die Sonderverwaltungszone Hong Kong nur für 6 Tage. Für Uganda habe ich den Mittelwert ohne unsere fünftägige Luxussafari herangezogen. Dort haben wir für 5 Tage Safari dreimal so viel ausgegeben wie für die restlichen 17 Tage, was den Mittelwert natürlich extrem nach oben treibt.

Die folgenden Zahlen sind immer für zweirucksackler berechnet, also für uns als Pärchen. Internationale Flüge wurden nicht mitgerechnet. Am teuersten war Zambia mit 126 Euro/Tag, gefolgt von Hong Kong mit rund 103 Euro/Tag, Südafrika und Botswana mit je 97 Euro/Tag, Kenia mit 84 Euro/Tag, China mit 83 Euro/Tag, Lesotho mit 81 Euro/Tag, Ruanda mit 80 Euro/Tag, Tansania mit 77 Euro/Tag, Uganda mit 74 Euro/Tag, Thailand mit 64 Euro/Tag, Indien mit 62 Euro/Tag, Kirgisistan mit 60 Euro/Tag und der Mongolei mit 52 Euro/Tag. Istanbul, als letzte Station, lasse ich dabei mal außen vor, da wir dort sehr viele Gewürze gekauft haben und es uns auch ansonsten noch mal richtig gut gehen ließen, wodurch es mit den anderen Ländern nicht vergleichbar ist.

Und wo war das Bier jetzt am günstigsten?

Ergänzend zu unserem Zwischenstandsbericht aus dem Monat Mai, der hier nachzulesen ist, lässt sich festhalten dass Indien mit einem Preis von rund 2,10 Euro für 0,5 l und dem niedrigsten „Bier-pro-Nächtigung“-Faktor das „teuerste-Bierland-unserer-Reise“ bleibt. Thailand reiht sich circa auf der Höhe von Tansania mit 1,70 Euro für ein Krügerl ein. In der Mongolei und China kosten 0,5 l Gerstensaft rund einen Euro und in Kirgisistan 0,70 Euro. In Kirgisistan zahlten wir durchschnittlich 20 Euro pro Unterkunft per Nacht. Damit hat das Land auch einen der besten „Bier-pro-Nächtigung“-Faktoren. Lediglich Lesotho kommt mit rund 34 auf einen besseren, da dort die Unterkünfte mehr als doppelt so teuer sind wie in Kirgisistan. Da Lesotho mit 1,30 Euro für 0,5 l absolut einen viel höheren Wert aufweist, hat sich Kirgisistan das Zertifikat „billigstes-Bierland-unserer-Reise“ verdient.

2 Anmerkungen zu “Reisebudget: 52,62 Euro pro Person pro Tag – all inclusive

  1. Laura

    Ein toller, aber vor allen DIngen auch sehr spannender Artikel. Finde es klasse, auch einmal einen Einblick darüber zu bekommen, was ein solcher Aufenthalt am Ende auch tatsächlich kosten kann. Meist wird über dieses Thema ja doch eher geschwiegen.

    Antworten

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